Archiv der Kategorie: Gedankensplitter

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#jedentagwasnettes

Das erste Vierteljahr des Jahres 2022 ist um, und tatsächlich habe ich meine selbstgestellte Herausforderung bisher ohne Lücke geschafft. Auch wenn es nicht immer leicht war, es gab ja doch ab und zu mal Bedingungen, die es schwer machten, dem Tag wenigstens ein bißchen was Nettes abzugewinnen. Am übelsten ist natürlich die Situation in der Ukraine, die einen nicht kalt lassen kann. Doch auch im Privaten und Persönlichen ist nicht immer alles gut, seien es gesundheitliche Sorgen, oder Dinge auf der Arbeit, die nicht immer so toll sind, wie man es gerne hätte.

Aber ich habe mir ja auch gerade deswegen dieses Jahresprojekt auf meinem dafür eingerichteten instagram-account vorgenommen, um möglichst an jedem Tag in mich hineinzuhören, ob ich nicht trotzdem etwas Positives finde. Meist ist es mir gelungen, das ein oder andere Mal vielleicht auch mit einem Anflug von Traurigkeit, Bitterkeit oder gar Zynismus. Nun ja, gehört eben auch zum Leben!

Ja, dann will ich mal sehen, ob ich es auch weiterhin täglich schaffe, mein Ehrgeiz ist auf jeden Fall geweckt. Und auf gewisse Weise tut es gut.

#jedentagwasnettes

Der Januar ist nun schon ein paar Tage vorbei und es ist mir erstaunlicherweise gelungen, an jedem Tag eine Kleinigkeit in meinem instagramaccount @jedentagwasnettes einzustellen.

Auch wenn mir natürlich nicht immer nur Nettes widerfahren ist, war ich dadurch doch ein wenig „gezwungen“, mir zu überlegen, was an diesem Tag gut oder lustig oder eben nett war, oder wenigstens aktiv etwas Nettes, … zu finden. Und wenn es nur der Ballonhund aus dem Regal war oder ein dummer Spruch, ein geliehenes Zitat, eine schnelle Handzeichnung oder wasauchimmer.

Ich bin gespannt, ob ich auch in diesem Monat die selbstgestellte Herausforderung schaffe!

Und wenn nicht, ja, dann muss eben auch mal jemand anders nett sein.

Das kann ja wohl nicht so schwer sein!

Also los!

Mitmachen!

#jedentagwasnettes

#jedentagwasnettes

Eine liebe Kollegin, die, nachdem sie in den Ruhestand gegangen ist, nach Schweden ausgewandert ist, hat mir von einem schwedischen Brauch zum Jahreswechsel erzählt:

Über das Jahr werden Zettel in einer Truhe gesammelt, auf denen gute Erinnerungen notiert werden. Die Truhe wird zum Jahreswechsel geöffnet und die Zettel herausgenommen und vorgelesen.
So kann man noch einmal die guten Erinnerungen des Jahres aufleben lassen.

Das hat mich an das Konzept des Dankbarkeitstagebuchs erinnert, das beispielsweise bei der Behandlung von psychischen Erkrankungen Anwendung findet. Durch diese Anregung habe ich beschlossen, etwas ähnliches zu tun:

Jeden Tag, oder besser möglichst jeden Tag, will ich auf einem dafür eingerichteten instagram-Konto einen Beitrag posten, auf dem etwas Schönes, Nettes, Interessantes, Lustiges,…, das mir an diesem Tag aufgefallen ist, zu sehen sein soll.
Ein kleiner Beitrag, der daran erinnern kann, dass bei allem Negativen, das man jeden Tag auch erlebt, doch immer noch irgendetwas Gutes passiert.

Man mag jetzt vielleich denken, da gießt mal wieder jemand Zuckerguss über die Realität, damit er sie nicht sehen muss. Nein, ich bin ganz sicher nicht naiv. Mit so einer Aktion rettet man natürlich nicht die Welt.


Ich verschließe meine Augen auch nicht davor, dass wir gewiss genug Probleme auf dieser Welt oder mit uns selber oder den Menschen um uns haben. Und ich habe auch schon erlebt, wie einen ein Strudel dunkler Gedanken ganz nach unten ziehen kann.
Aber wenn auch nur einer meiner posts irgendjemanden von einem Kipp-Punkt ins Dunkel zurückzieht, hat es sich doch gelohnt. Und auch mir selber tut es gut.

Wer also mag, kann gerne mal vorbeischauen:

#jedentagwasnettes

Gedanken zur Coronasituation

Ich muss mir mal wieder etwas von der Seele schreiben.

Noch immer hat uns das Thema Corona fest im Griff.
Noch immer leben wir mit Einschränkungen, die zumindest lästig sind, zum Teil unsere Grundrechte einschränken, für viele existenzbedrohend sind. Keiner, der vernünftig ist, will das länger als nötig ertragen müssen.
Verständlich und vollkommen in Ordnung, dass dagegen auch protestiert wird.

Aber leider gibt es auch solche, die diese Krisenlage und das damit verbundene Leid vieler Mitmenschen ausnutzen, um Unsicherheit zu verbreiten und die Gesellschaft zu spalten, anstatt sich dafür einzusetzen, in einer gemeinsamen Anstrengung so schnell es geht gegen die Corona-Pandemie vorzugehen. Mit Vernunft, Eigenverantwortung und Übernahme von Verantwortung für andere.

Für mich zählt es auch dazu, bereit zu sein, sich für andere einzuschränken oder auch ein persönliches Risiko einzugehen. Aber das ist meine Meinung, die niemand mit mir teilen muss.

Nun gibt es ein Mittel, um gegen die Pandemie anzugehen, nämlich die Impfung. Natürlich gibt es hier das Risiko von Impfschäden, niemand mit Verstand und Redlichkeit bestreitet das. Aber muss man hier nicht sachlich abwägen, welches Risiko überwiegt? Wenn z.B. das Risiko, an Covid19 zu sterben, deutlich höher liegt, als beispielsweise das Risiko, nach einer Impfung eine Thrombose zu erleiden, muss ich dann nicht für mich entscheiden, welches Risiko ich bereit bin, in Kauf zu nehmen? Zumal ich frei bin, zu entscheiden, ob ich ein Impfangebot wahrnehmen will oder nicht.
ES GIBT KEINE ZWANGSIMPFUNG GEGEN DAS CORONAVIRUS!

Muss auch hier wieder von denen, die pauschal unreflektiert „gegen alles“ sind und „Diktatur“ schreien, die Situation ausgenutzt werden, die sich durch die aktuelle Vorsichtsmaßnahme der Aussetzung der Impfung mit dem AstraZeneca-Impstoff ergibt? (Wobei ich persönlich hoffe, dass nach gründlicher Prüfung möglichst bald weitergeimpft werden kann!)

Ich finde: nein, das ist nicht in Ordnung.

Ich finde, es ist nicht in Ordnung, eine Krise dazu zu nutzen, dieselbe noch zu verschärfen.

Ich finde, es ist nicht in Ordnung, die Gesellschaft zu spalten.

Ich finde, es ist nicht in Ordnung, einfach nur Stimmungsmache zu betreiben.

Ich finde es ist nicht in Ordnung, immer wieder zu behaupten, wir leben in einer Diktatur.

Ich finde, es ist nicht in Ordnung, in Kauf zu nehmen (oder wissentlich und willentlich dafür zu sorgen), dass die Bekämpfung der Pandemie und die dadurch nötigen Einschränkungen, hinausgezögert wird, indem Massnahmen dagegen boykottiert und diskreditiert werden.

Ein kleiner Denkanstoß zum Schluss: recherchiert doch einmal, wie hoch das Risiko ist, dass eine Frau, die hormonell verhütet, eine THROMBOSE erleidet. Es ist DEUTLICH höher als die Rate der aktuell nach einer Impfung mit dem AstraZeneca-Vaccin aufgetretenen Thrombosen. Und im ersteren Fall ist der Zusammenhang wissenschaftlich erwiesen, im letzeren (noch) nicht. Wer von den „Aktivisten gegen alles“ klagt hier an? Ich höre da nicht viel. Oder liegt das daran, dass hormonelle Verhütung ja „nur“ Frauen betrifft, die das ja „freiwillig“ tun, und nicht die „alten weissen Männer“, die die Mehrzahl der Spalter und Schreihälse stellen?

(Ok., der letzte Satz war jetzt polemisch und populistisch, aber das ist ja ein gerne genutztes Stilmittel derer, die ich hier kritisiere. Vielleicht dringe ich damit besser durch, als ich es mit Argumenten bisher geschafft habe. Alt, weiss und männlich bin ich im übrigen auch, falls jemand nachfragen sollte…Habe ich mir nicht ausgesucht, aber weder bin ich stolz darauf, noch leide ich darunter. Es ist einfach so. Wie so vieles.)

13. Dezember, dritter Advent

Heute ist der dritte Advent, und die Adventszeit ist schon zur Hälfte vergangen. Bisher habe ich es tatsächlich geschafft, an jedem Tag ein Bild, ein paar Gedanken oder sogar einen kurzen Text zu veröffentlichen. Vielleicht gelingt mir das ja auch in den nächsten Tagen.

Ich wünsche uns allen einen schönen dritten Adventssonntag.

8. Dezember

Angst

Vorgestern habe ich einen facebook-post von einem Schulfreund gelesen. Im Moment stehe ich einigem, was er (ver-)teilt, ziemlich skeptisch gegenüber, aber dieses Thema war mir wichtig, und ich bin froh, dass er darauf eingegangen ist.

Es ging um Depressionen und Ängste, mit denen viele kämpfen. In der aktuellen Krisenlage ganz besonders. Ich weiss selber, wie einem eine Depression das Leben komplett zum Stillstand bringen kann. Aber es gibt Hilfe, und niemand sollte sich scheuen sie zu suchen, wenn er dazu noch in der Lage ist. Oder sie anzunehmen, wenn sie angeboten wird. Ein offener Umgang mit den Problemen ist wichtig. Reden hilft! Man wundert sich, wie viele Menschen selber oder im engsten Kreis diese Dinge kennen. Es ist kein Makel, keine Schwäche, es ist einfach eine Krankheit. Man sieht sie nicht sofort, also ist es wichtig, sich zu äußern. Auch eine Krankheit der Psyche ist mit verschiedenen Möglichkeiten behandelbar, man kann mit ihr leben. Nicht immer gut, aber ganz gewiss auch nicht immer schlecht.

Es gibt verschiedene Möglichkeiten, aus dem Loch wieder herauszukommen. Allein schafft man es oft nicht, besonders, wenn man schon sehr tief drin steckt.

Versucht, auch wenn es schwer fällt, mit Personen Eures Vertrauens zu reden, und lasst Euch helfen. Belügt nicht Euch selber und die anderen, weil ihr sie vielleicht schonen wollt. Ich weiss, dass das nicht gelingt.

Und wenn Ihr in Eurem nahen Umfeld jemanden habt, um den Ihr euch entsprechende Sorgen macht, sprecht diejenige Person möglichst angemessen auf Eure Vermutung an. Drängt Euch nicht auf, aber zeigt, dass Ihr da seid.

Danke

Ein guter Einstieg zu weiteren Informationen und Angeboten findet sich hier: www.deutsche-depressionshilfe.de

6. Dezember, Nikolaustag

Freiheit

Ein hohes Gut, so heißt es.

Meine Meinung dazu: so ist es auch. Jeder will frei sein, frei von Zwängen, frei, zu tun, was er möchte. Das ist gut so, so soll es sein in einer Gesellschaft, die sich frei nennen darf.

Aber wie weit kann das gehen? Was, wenn mein Freiheitsdrang die Freiheitsbestrebungen eines anderen bedroht? Oder anders herum?

Will ich dessen Freiheit beschneiden, um meine durchzusetzen? Will ich, dass er seine Freiheit auf meine Kosten auslebt? Zwanglos, zügellos?

Was, wenn mein Freiheitsdrang einen anderen gefährdet? Will ich das in Kauf nehmen? Will ich umgekehrt durch den Egoismus anderer gefährdet sein?

Freiheit endet genau dort, wo sie andere einschränkt oder gefährdet. Freiheit soll nicht egoistisch sein. Freiheit ist immer auch die Freiheit der Andersdenkenden.

Sind wir doch auch einmal so frei, uns für andere einzuschränken, ohne uns gleich unfrei zu fühlen!

Das ist Solidarität, Mitmenschlichkeit, Toleranz, Zusammenleben. Manche sagen: Gutmenschentum. Ist das eigentlich ein Schimpfwort? Egal, wer andere beschimpft, indem er sie als „guter Mensch“ bezeichnet, denkt meiner Meinung nach sowieso etwas merkwürdig…

Trier

Ich habe hier einen Adventskalender begonnen, mit dem ich jeden Tag etwas Positives aussenden wollte. Und schon nach zwei Tagen muss ich unterbrechen, weil eine unfassbare Tat in Trier das Leben vieler Menschen getroffen hat. Ein Mann hat sein Auto offenbar gezielt gegen Menschen eingesetzt und viele verletzt und getötet. Was geht im Kopf eines Menschen vor, dass so etwas geschehen kann? Ich weiß, wie fragil das Gleichgewicht der menschlichen Psyche ist, aber so etwas? Wie soll man das verstehen, was kann man da sagen? Ich kann nur hoffen, dass diejenigen, die das erleben mussten, die diesen furchtbaren Schnitt in ihrem Leben erfahren haben, gute Hilfe bekommen, und Menschen die ihnen beistehen. Vielleicht kann es so gelingen, dass die Wunde, die dieser Tag in ihnen hinterläßt, zu einer Narbe verheilen kann, und sie das Erlebte, das Erlittene irgendwann als Teil ihres Lebens akzeptieren können. Ich denke an sie und wünsche mir, dass es so geschehen wird.

1. Dezember

Gestern, auf dem Weg zur Arbeit

Wunderschönes Morgenrot und gegenüber ein voller Mond am klaren Himmel

Die Sonne schon fast aufgegangen, der Horizont färbt sich golden

Und gegenüber geht der Mond bald unter

Überzuckerte Zweige gegen den heller werdenden Himmel

Ein schöner Morgen!